
A2B Carpool App - Prototype
Gestaltung eines persönlicheren Carpooling-Erlebnisses
Der Ausgangspunkt
Carpooling hat ein Vertrauensproblem und das fängt lange vor der Fahrt an.
Viele Menschen verzichten auf Mitfahrgelegenheiten nicht wegen des Preises oder der Verfügbarkeit, sondern wegen der sozialen Unsicherheit:
Wer ist die andere Person?
Wird die Fahrt unangenehm?
Haben wir etwas gemeinsam?
Diese emotionale Unsicherheit führt dazu, dass Carpooling trotz klarer Vorteile nicht genutzt wird. Warum behandeln bestehende Apps Menschen wie bewegliche Pakete.
Die Idee
A2B setzt genau da an, wo andere Apps aufhören.
Persönlichkeit ins Profil. Beim Onboarding wählen Nutzer 4 Interessen aus einer Bibliothek und beantworten 3 von 7 persönlichen Fragen, zum Beispiel «Was wäre für dich ein perfekter Tag?» oder «Was ist dein Vorbild?». Diese Informationen sind im Profil für alle sichtbar. Kein leeres Profilbild, sondern ein echter Gesprächsstarter, noch bevor man einsteigt.
Fahrten an Events knüpfen. Nutzer können Anlässe wie Konzerte, Festivals oder Messen direkt in der App finden und eine Fahrt dazu anlegen. Wer ans gleiche Event will, findet sich automatisch. Ein gemeinsamer Zweck schafft eine natürliche Verbindung und senkt die soziale Hemmschwelle erheblich.

Prozess
Vollständiger UX-Prozess von Research bis moderiertem Usability Testing.
Research & Architektur
Ich analysierte BlaBlaCar, Hitch und Heetch, nicht um sie zu kopieren, sondern um zu verstehen wo sie aufhören. Parallel dazu recherchierte ich in der Sozialpsychologie, wie Verbindungen zwischen Menschen entstehen. Eine zentrale Quelle war der «36 Questions for Increasing Closeness»-Fragebogen. Die Erkenntnis war klar: Gemeinsame Interessen und persönliche Fragen senken soziale Hemmschwellen messbar.
Auf Basis dieser Erkenntnisse entstand das Flussdiagramm der gesamten App-Architektur. Dabei wurde früh eine wichtige Entscheidung getroffen: Die ursprüngliche Idee, Fahrer und Mitfahrer in separate Profile zu trennen, wurde verworfen. Ein ständiger Profilwechsel wäre Reibung und kein Feature. Ein flexibles Profil, das beide Rollen abdeckt, ist natürlicher und entspricht dem, was Nutzer aus anderen Apps kennen.

Wireframes & frühes Testing
Die Wireframes entstanden für Mobile und Tablet in Figma als klickbarer Prototyp für erste Nutzertests. Unmoderierte Usabilitests via Online-Umfrage mit Aufgabenbasierten Szenarien. Das Feedback war wertvoll:
Kernflows waren ohne Erklärung verständlich
Eine Fahrtenübersicht fehlte komplett und wurde ergänzt
Das Profil ähnelte zu stark dem Hauptmenü und sorgte für Verwirrung
Beides wurde vor dem Screendesign gezielt adressiert.
High-Fidelity Prototyp
Der finale Prototyp bildet ein realistisches End-to-End-Erlebnis ab, für iPhone 13 und iPad Pro 11". Zwei verknüpfte Account-Zustände: verifiziert und nicht verifiziert, da die Verifizierung zentral für das Nutzervertrauen ist. Alle Kernflows sind abgedeckt:
Fahrt suchen und erstellen
Events finden und verknüpfen
Profil mit Interessen und persönlichen Fragen
Buchung, Messaging und Systemfeedback
Teste den Prototyp links!
Usability Testing
5 Probanden, moderiert, ergänzt durch eine quantitative Umfrage. Alle getesteten Bereiche wurden mit 8 bis 10 von 10 bewertet. Die Stichprobe ist nicht repräsentativ, lieferte aber eine klare qualitative Richtung. Kleinere UI-Optimierungen wurden direkt danach umgesetzt.
Ergebnisse
Usability und Verständlichkeit wurden mit 8–10 bewertet
Navigation und Struktur wurden bestätigt
Kleinere UI-Optimierungen wurden identifiziert und umgesetzt
Die Stichprobe ist nicht repräsentativ, lieferte jedoch eine klare qualitative Richtung.



